Mobilitätskonzept Hall-Mils! Die Herausforderung für die örtliche Politik.

Grundsätzlich steht fest, dass das Mobilitätskonzept Hall/Mils eine überregionale Bedeutung, nicht nur für die zwei angeführten Gemeinden hat. Neben den ebenso betroffenen Gemeinden Ampass und Tulfes wären auch Absam und Gnadenwald als auch Volders in die Überlegungen mit einzubeziehen.
Leider zeigen schon alle Darstellungen das eingeschränkte Betrachtungsbild.

Unbestrittenes Hauptziel der Maßnahmen ist die Entlastung der Kreuzung am unteren Stadtplatz vom immer steigenden Individualverkehr. Neben den Fahrzeugen aus den Umlandgemeinden fahren hier selbstverständlich in der Hauptsache die Fahrzeuge aus Hall. In den Berechnungen, welche immer auf Zählungen beruhen (daher alte Zahlen), ist das massiv gesteigerte Verkehrsaufkommen aus dem Bereich der unteren Lend noch gar nicht berücksichtigt, welches sich mit der Übergabe der zum Teil noch in Bau befindlichen Wohnungen ergeben wird. Hier wird es im Bereich der Einmündung des Brockenweges massive Behinderungen geben, der Ausweichverkehr wird über die obere Lend bis zum Autobahnanschluss Hall West reichen.
Die nun vorgestellte Variante mit dem Autobahnhalbanschluss „Ost“ wird eine zusätzliche Verkehrsbelastung des gesamten Gemeindegebietes von Mils bringen, beginnend in der Dorfstrasse, über die Schneeburgstrasse und die Brunnholzstrasse führen, da nun für die Bereiche Hall West, Absam Nord und Gnadenwald die kürzeste Verbindung zur Autobahn über Mils führen wird.
Leider wurde in den Berechnungen des Verkehrsplaners weder diesem Umstand genug Aufmerksamkeit gewidmet, noch wurde auf die Entwicklung der nächsten 10-20 Jahre Rücksicht genommen. Der Ausbau des Krankenhauses in Hall, weitere geplante Gewerbeansiedlungen und nicht zuletzt die Fläche der gewidmeten Baugründe bzw. jener Flächen, welche im „Bauerwartungsland“ liegen, würden bei fundierter Planung erheblich abweichende Fahrzeugzahlen mit sich bringen. Zu hoffen ist, dass die geplanten Maßnahmen auch die jetzt schon erkennbaren Verkehrsströme in 20 Jahren bewältigen.

Die im Konzept angeführten „verschiedenen Formen der Mobilität“ finden aus meiner Sicht viel zu wenig Beachtung. Die dargestellten Radwege bestehen zum Großteil schon, die Anbindung der S-Bahn wird derzeit „nur“ geprüft. Ob die hierfür erforderlichen Flächen (für den Bahnanschluss und die erforderlichen Park&Ride-Plätze) dann wirklich zur Verfügung stehen, ist mehr als unklar. Ebenso ist die Führung der Buslinie 4 nach Mils bis zum Dreschtennenplatz nur ein Angebot für maximal 20% der Milser Bevölkerung, da auf die Nord-Süd-Erstreckung der Gemeinde hier keine Rücksicht genommen wird. Die Schaffung einer öffentlichen Verkehrsverbindung im Halb- oder Viertelstundentakt mit Anbindung an die S-Bahn (am Bahnhof Hall oder der zu planenden Haltestelle „Mils) ist die Grundvoraussetzung dafür, dass der sinnvolle Umstieg vom PKW auf den öffentlichen Verkehr vollzogen werden kann. Daneben ist der Ausbau der innerörtlichen Rad- und Fußwege zur Schaffung von kurzen Wegen unumgänglich, auch die Verbesserung der Ost-West-Verbindung nach Hall-Nord bzw. Absam-Eichat ist unumgänglich.

Die örtliche Politik ist somit gefordert, bis zur geplanten Eröffnung in 7 bis 8 Jahren die Rahmenbedingungen neu zu definieren, um die anfallende Verkehrslast nach Möglichkeit zu minimieren und die verbleibende Verkehrslast so zu leiten, dass eine zufriedenstellende Lösung für die gesamte Milser Bevölkerung erzielt werden kann.

Die halbherzige Definition von Milser Forderungen („4er“ bis zum Drechtennen anstatt Gesamtlösung bis Planitz) sowie der vorauseilende Gehorsam bei Projekten in/für die Nachbargemeinden (siehe Ausbau der Gnadenwalderstrasse auf Milser Gemeindegebiet) wird hier zu wenig sein, um die berechtigen Anliegen der Bevölkerung entsprechend zu deponieren bzw. in einem ausreichenden Maß durchsetzen zu können.

Ein Gedanke zu “Mobilitätskonzept Hall-Mils! Die Herausforderung für die örtliche Politik.

  1. Wie wichtig ein Wechsel in der Gemeindepolitik ist beweist die Chronik des sogenannten Mobilitätskonzeptes Hall-Mils (Hall steht nicht umsonst an erster Stelle). Es mußten Unterschriften gesammelt, ein Verein gegründet, ein Tagesordnungspunkt verhindert, eine Podiumsdiskussion und eine Bürgerbefragung (anstatt einer Volksbefragung) abgehalten werden um den Bürgermeister zu zwingen nicht mit seiner 2/3 Mehrheit (incl. FPÖ) über unsere
    Köpfe hinweg diesen Unsinn zu beschließen. 1.400 Milser Bürger waren dieser Meinung und die sollten sie auch bei der Gemeinderatswahl wieder zum Ausdruck bringen!

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